Schwabenstreich goes S-Bahn


Kundgebung am 5. März 2011 vor dem DB-Tower

Was den Stuttgartern ihr Kopfbahnhof – ist den Berliner ihre S-Bahn. Seit Monaten treffen sich die Berlinerinnen und Berliner zum Schwabenstreich. Jeden Mittwoch erklären sie ihre Solidarität mit den Gegnern von Stuttgart 21 vor dem DB-Tower am Potsdamer Platz. Im Oktober hießen sie die gut 600 Reisenden des Stuttgarter Sonderzuges in der Bundeshauptstadt willkommen, fuhren sie selbst im Dezember zur Großdemo nach Stuttgart. Nun erweitern die Berliner Schwabenstreichler ihr Anliegen, binden Fragen und Aktionen rund um die Berliner S-Bahn in ihren Protest ein.

Protestieren um des Protests willen?

Wohl kaum. Grundlagen des Aufbegehrens ist die Fehlentwicklung in der Bahnpolitik insgesamt: Gewinnmaximierung vor Bürgerinteressen, Planungswillkür statt Mitbestimmung, Klüngelwirtschaft, fehlende Transparenz,…

Es reicht! Wir sind hier doch keine Zuschauer-Demokratie!

Aus diesem Grund planen die Berliner Schwabenstreichler für Samstag, den 5. März 2011 eine Kundgebung ab 15 Uhr vor dem DB-Tower am Potsdamer Platz.

Ein Kultur- und Protestprogramm ist in Vorbereitung. Musiker, Vertreter des Aktionsbündnis  „Bahn für alle“ und des Verkehrsverbundes Deutschland haben ihr Kommen bereits zugesagt. Zudem ist im Vorfeld ein Informationsabend in Sachen S-Bahn und Bahnpolitik geplant. Gezeigt werden wird der Film „Bahn unterm Hammer“. Klaus Ihlau von „Bahn für alle“ wird den Anwesenden Rede und Antwort stehen. Ein Termin hierfür wird noch bekanntgegeben.

„Die Bahn ist ein Gemeingut. Wir finanzieren sie mit unseren Steuergeldern. Sie zählt zu den zukunftsfähigen, umweltfreundlichen Verkehrsmitteln. Viele Menschen sind auf die Bahn angewiesen. In Berlin eben besonders auf die S-Bahn. Zurzeit sind wir ja quasi Zwangskunden“, kommentiert Ralf Schlotter. „Wir zahlen unsere Tickets, dafür können wir einen stimmigen Service verlangen. Doch um uns geht es schon lange nicht mehr. Statt Zuverlässigkeit und Sicherheit für die Kunden – geht es nur noch um Profit. Das kann aber nicht die Aufgabe der Bahn sein.“

Die Frage der Demokratie wird gestellt. Olaf Praetorius: „Gut, dass das in unserem Land immer mehr Menschen verstehen und sich für Transparenz, Dialog und Mitbestimmung in vielen Bereichen einsetzen.“

Zur Zeit treffen sich die Aktivisten regelmäßig nach dem Schwabenstreich in der Regenbogenfabrik. Lena Golomb: „Dort bereiten wir das Aktions- und Kulturprogramm vor. Interessenten und Kreative sind herzlich eingeladen, ihre Ideen und künstlerischen Fähigkeiten einzubringen.“

Das nächste Netzwerktreffen ist am kommenden Mittwoch, 2. März, um 20 Uhr, Regenbogenfabrik, Lausitzer Str. 22. Zuvor findet um 18.45 Uhr der Schwabenstreich am Potsdamer Platz statt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s